High Flow Therapie

High Flow Therapie

Was ist die High Flow Sauerstofftherapie

Bei der High Flow Therapie handelt es sich um eine Atmungsunterstützung, bei der ein hochkonzentriertes Sauerstoff-Gas-Gemisch über eine Nasenkanüle zugeführt wird.

Die zuvor angefeuchtete und erwärmte Luft wird mit hoher Geschwindigkeit (Flow) verabreicht. Die Geschwindigkeit (Flussrate) liegt dabei je nach Bedarf bei 15 bis 60 Liter pro Minute.

Die Bezeichnung High Flow Therapie hat zahlreiche Synonyme:

Synonyme: HFT, High Flow Sauerstofftherapie, High Flow Beatmung, Nasale High Flow Therapie (NHF, NHFT), HFNC Beatmung (High Flow Nasal Cannula), High Flow Oxygenierung, High Flow Oxygen Therapy

Sauerstoffzufuhr unter Druck

Sauerstoff DruckDie Fließgeschwindigkeit des Sauerstoff-Gemisches erzeugt einen Druck, weshalb auch die Bezeichnung High Flow Oxygenierung (Sauerstoffzuführung unter Druck) gängig ist. Durch diesen Überdruck wird die Einatmung für den Patienten erleichtert.

 

Für wen ist die High Flow Beatmung

Ursprünglich wurde die High Flow Beatmung vorwiegend in der Kinderheilkunde (Pädiatrie) und Neugeborenenmedizin (Neonatologie) eingesetzt. Mittlerweile findet sie aber bei allen Altersstufen Anwendung.

Die Hauptindikation ist ein unzureichendes, eigenes Atmungsvermögen (leichte bis mittelschwere respiratorische Insuffizienz). Es ist eine nicht-invasive Anwendung. Die Behandlung ist auch zu Hause möglich.

 

Highflow Beatmung als Alternative der nicht-invasiven Behandlung

Bei der Highflow Beatmung wird der Sauerstoff über eine Nasenkanüle zugeführt und stellt damit eine angenehme Alternative unter den nicht invasiven Verfahren (NIV) dar, die konventionell über eine Gesichtsmaske beatmen.

High Flow Therapie O2Auch wird sie gerne in der Intensivmedizin beim Wechsel von der invasiven zur nicht-invasiven (NIV) Beatmung herangezogen, um die Patienten langsam wieder auf eigene Atmung umzustellen.

 

  • invasiv: in den Körper eindringend, in ein Organ eingreifend
  • nicht invasiv: nicht in den Körper eindringend, rein äußerlich

 

Wirkmechanismen der High Flow Sauerstofftherapie

Mit Hilfe der High Flow Therapie wird die eigene Atemarbeit der kranken Patienten erleichtert bzw. unterstützt.

Es kommt zu einer bessere Sauerstoffversorgung des pathologischen Totraums. Das ist der Bereich der Alveolen, der krankheitsbedingt nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird, z.B. aufgrund von mangelnder Durchblutung, Lungenfibrose (Gewebsvernarbung) oder Lungenemphysem (Aufblähung der Lunge).

Das Gas-Gemisch aus der High Flow Beatmung unterstützt zudem das Ausspülen von CO2 aus den Atemwegen. Die ungünstigen Kohlendioxidwerte werden verringert.

 

Nasale High Flow Therapie ist komfortabler

Die Atmungsunterstützung erfolgt zum einen durch den variabel einstellbaren Atemwegdruck, zum anderen durch die Versorgung mit hochprozentigem Sauerstoff.

Die Behandlung ist deutlich komfortabler, als die klassischen Beatmungsgeräte. Die Menge an zugeführtem Sauerstoff kann bedarfsgerecht verändert werden.

Die HFT kann bei der nicht-invasiven Behandlung von Atemversagen gleichermaßen angewandt werden, wie die klassischen Methoden. Intubationen (Einführen eines Tubus in den Rachen) bei schwer erkrankten Personen können verringert werden.

 

Vorteile der nicht-invasiven Beatmung

Im Vergleich zur invasiven, mechanischen Beatmung, wie sie bei akuten Atemproblemen (ARI = akut respiratorische Insuffizienz) notwendig ist, sind nicht-invasive Methoden wesentlich angenehmer und ungefährlicher. Denn der mechanische Prozess zieht einige Risiken mit sich, wie etwa Verletzungen der oberen Atemwege oder Lungenschäden. Zunehmend wird daher bei passenden Krankheitsbildern auf nicht-invasive Methoden umgestellt.

 

Vergleich der nicht-invasiven Methoden

Bei der klassischen, nicht-invasiven Sauerstofftherapie erfolgt die Behandlung mit nur niedriger Flussrate des Sauerstoffes und mit Atmung über eine Gesichtsmaske.

BeatmungsschlauchBeatmungsmaskeFür die Patienten ist dagegen eine High Flow Therapie mit Beatmung über die Nasenkanüle weitaus komfortabler, als die klassische Atemmaske.

Eine Therapie mit Gesichtsmaske zieht immer eine isolierende, stark einschränkende Wirkung mit sich. Essen, Trinken und Sprechen ist dabei nicht oder kaum möglich. Das Gefühl kann beengend sein, was die Akzeptanz des Patienten mindert. Dagegen schneidet die High Flow Therapie deutlich besser ab und wird auch von schwerkranken Patienten meist gut angenommen. Nahrungsaufnahme und Sprechen sind bei ihr möglich.

Ein medizinisch sehr praktischer Zusatzeffekt der Highflow Beatmung ist noch die Möglichkeit, gleichzeitig Medikamente verabreichen zu können. Diese werden dem Sauerstoff-Gemisch zugefügt und in vernebelter Form mit eingeatmet.

 

High Flow Therapie Geräte

High Flow Therapie Geräte gibt es in unterschiedlichen Leistungsstärken. Neben den professionellen Geräten für die Kliniken und Intensivstationen gibt es auch kleinere Ausführungen, die unkompliziert zuhause auch als Langzeittherapie angewendet werden können.

Die High Flow Therapie Geräte sind ausgestattet mit einem integrierten Atemgasbefeuchter, einem beheizten Schlauchsystem und einer Mischertechnik zur Einstellung der Sauerstoffkonzentration zum einen, und der Flowgeschwindigkeit zum anderen.

Es gibt passende Nasenbrillen für Erwachsene und für Kinder.

Das Gewicht der kleineren Geräte liegt zwischen 2 und 2,5 kg.

Für Patienten mit chronischen Lungenkrankheiten, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen, werden die Sauerstoffsysteme vom Arzt verschrieben.

Für alle anderen Menschen, die ihrer Gesundheit und ihrem Energie und Krafthaushalt etwas Gutes tun möchten, gibt es auch privat zu kaufende Sauerstoffgeräte für zuhause.

 

Mobiles Sauerstoffgerät Airnergy brain+:

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