Lungenkrankheit COPD

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COPD – nicht nur ein Hauptproblem der Raucher

Bei der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD handelt es sich um eine Erkrankungen, bei der die Atemwege verengt und die Lunge dauerhaft geschädigt ist.

Die Bezeichnung COPD ist aus dem englischen abgeleitet und bedeutet chronic obstructive pulmonary disease (COPD), also chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

Andere Bezeichnungen sind: COLD (chronic obstructive lung disease) oder COAD: chronic obstructive airway disease (dauerhaft atemwegsverengende Lungenerkrankung).

 

COPD Ursachen

Die Hauptursache für die Entstehung einer COPD liegt in einer langjährigen Einatmung von schädlichen Partikeln, wie es zum Beispiel beim Rauchen oder massivem passiv Rauchen geschieht. Daraus folgt auch die umgangssprachliche Bezeichnung der COPD Erkrankung als „Raucherlunge“.

LuftverschmutzungAber auch die Umweltverschmutzung – hier insbesondere die Staub- und Giftpartikel in der Luft – gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Auch können vorangehende Infektionen der Atemwege und genetische Faktoren eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen.

COPD Ursachen: aktives und passives Rauchen, Toxine der Luft, Atemwegsinfektionen, genetische Vorbelastung

 

Symptome – Das COPD Krankheitsbild

Das COPD Krankheitsbild zeigt eine entzündliche Verengung der Atemwege (obstruktive Bronchitis) und weist die typischen Symptome einer chronischen Bronchitis auf: Auswurf, Husten und Atemnot (die AHA-Symptome). Die Atemnot zeigt sich vor allem bei Belastung, im fortgeschrittenen Stadium aber auch im Ruhezustand. Die entzündlichen Prozesse führen zu Schleimbildung und Beschädigung des Lungengewebes (Lungenemphysem).

Das COPD Krankheitsbild tritt nicht plötzlich auf, sondern entwickelt sich langsam, über Jahre. Durch die Verengung der Atemwege wird besonders die Ausatmung erschwert. Es kommt zu einer Luftansammlung in der Lunge (Blähung). Eine überblähte Lunge muss unter Umständen operativ verkleinert werden.

In Deutschland sind etwa 5% der Bevölkerung von COPD betroffen. Sie zählt somit zu den führenden Volkskrankheiten und zu den 10 Krankheiten, die am häufigsten zum Tode führen.

 

Was ist ein Lungenemphysem

copd behandlungBei vielen Patienten tritt als Folgeerscheinung der COPD ein Lungenemphysem auf.

Bei einem Lungenemphysem handelt es sich um eine teilweise Zerstörung der Lungenbläschen (Alveolen) in den Bronchien.

Dies belastet besonders die Ausatmung, die dann erschwert wird. Die verbrauchte, Kohlendioxid angereicherte Luft gelangt nicht mehr völlig aus dem Körper heraus.

Die Sauerstoffsättigung im Blut nimmt ab. Das Resultat ist eine dauernde Erschöpfung und Müdigkeit.

 

Was ist eine exazerbierte COPD

Unter einer Exazerbation der COPD versteht man die plötzliche, schubartige Verschlechterung des Krankheitsbildes. Sie wird auch als „Lungen-Infarkt“ der COPD Erkrankung bezeichnet.

Die exazerbierte COPD wird von allen drei Hauptsymptomen begleitet: Auswurf, Husten und Atemnot (AHA) treten gleichzeitig auf.

Zu Exazerbationen kommt es vorwiegend in der kalten Jahreszeit und gerne im Zusammenhang mit bakteriellen oder viralen Erkrankungen. Für COPD Patienten ist daher eine regelmäßige Impfung gegen Grippeviren und Pneumokokken besonders wichtig.

 

COPD Stadium – Einstufung nach GOLD

Zur Diagnose, Behandlung und Aufklärung der Bevölkerung wurde bereits 2001 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den National Institutes of Health (NIH) eine Initiative namens „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“, kurz GOLD, gegründet.

Aus dieser Initiative abgeleitet stammt ein Schema, anhand dessen sich das COPD Stadium, d.h. der Schweregrad der Krankheit, einteilen lässt. Das COPD Stadium wird in 4 Stufen eingeteilt. Die Ermittlung des Stadiums erfolgt anhand der Lungenfunktionswerte, der Symptomatik und der Anzahl der bisherigen Exazerbationen (Krankheitsschüben).

Die Klassifizierung nach GOLD gibt an, wie schwer die Lungenfunktion eingeschränkt ist im altersentsprechendem Vergleich. Hierfür wird gemessen, welche Luftmenge der Patient mit maximaler Kraft innerhalb einer Sekunde ausatmen kann. Dieser Wert heißt “forcierte 1-Sekundenkapazität”, FEV1.

Klassifizierung des COPD Stadiums:

  • COPD GOLD 1: Anfangsstadium, leichte Symptome, Lungenfunktion bei 80%
  • COPD GOLD 2: mittelschwere Symptomatik, Lungenfunktion bei 50%
  • COPD GOLD 3: schwere Beeinträchtigung, Lungenfunktion nur noch 30%
  • COPD GOLD 4: sehr schwere Beeinträchtigung, Lungenfunktion < 30%

In jeder der Gruppen 1 bis 4 gibt es anhand der vorliegenden Symptome eine zusätzliche Unterteilung von A bis D. Die Buchstaben dienen zur Angabe der Stärke der Symptome, gemessen anhand der Atemnot (mMRC), dem CAT-Test und der Stärke und Häufigkeit der Exazerbationen.

copd stadium

  • mMRC: Schweregrade der Atemnot von 0 bis 4 
  • CAT (COPD Assessment Test): Fragetest zur Quantifizierung der Symptomatik. Je größer der Wert, je stärker die Symptome.

So reicht die gesamte Klassifizierung von GOLD 1A bis GOLD 4D.

Diese exakte Einstufung ermöglicht dem Arzt, die richtige Medikation zu verabreichen. Zudem lassen sich Veränderungen besser festhalten und der Krankheitsverlauf dokumentieren.

 

Ist COPD heilbar

Die durch jahrelange Zufuhr von giftigen Stoffen (u.a. Nikotin) verursachten Schäden am Lungengewebe lassen sich nicht rückgängig machen. Daher ist COPD nicht heilbar.

Aber die Symptome und Beschwerden lassen sich meist sehr erfolgreich abschwächen. COPD ist also nicht heilbar, aber gut behandelbar.

Und umso früher COPD diagnostiziert wird, umso besser kann eine Linderung erfolgen und der fortschreitende Krankheitsverlauf verlangsamt werden.

 

Die Möglichkeiten der COPD Behandlung 

Bei der COPD Behandlung geht es vordergründig darum, die Symptome zu bekämpfen und das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten.

Dabei geht es auch darum, die COPD Ursachen soweit möglich abzustellen. Hierfür müssen in erster Linie die schädlichen Einflüsse eliminiert werden: Das Rauchen oder Passiv-Rauchen ist dringend zu beenden ebenso wie der Kontakt mit anderen schädlichen Stoffen, die das Krankheitsbild ausgelöst haben (z.B. giftige Stoffe am Arbeitsplatz).

Die medikamentöse Unterstützung erfolgt über die Atemwege mithilfe von Inhalatoren.

Bei den Medikamenten selbst handelt es sich um atemwegserweiternde und/ oder entzündungshemmende Medikamente.

Nicht-medikamentösen Maßnahmen

Die Medikamentengabe läuft stets in Kombination mit nicht-medikamentösen Maßnahmen. Hierzu zählt ein gesunder Lebensstil, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Atemtraining.

Im fortgeschrittenen Stadium wird auch Sauerstoff zur Behandlung hinzugezogen, wenn die Sauerstoffsättigung im Blut zu niedrig ist.

Ein wesentlicher Aspekt, der über den Krankheitsverlauf und dementsprechend die Lebensqualität entscheidet, ist eine konsequent angepasste Verhaltensweise in Bezug auf die oben genanten Therapiepunkte. Der Erfolg der Behandlung hängt davon ab, dass die Therapie eingehalten wird.

 

Atemübungen bei COPD

atemübung bei copdAtemübungen bei COPD sind sinnvoll, um die geschwächte Atemmuskulatur zu trainieren und dadurch Atemnot zu verbessern. Auch im Falle einer akuten Verschlechterung der Atmung können die Übungen kurzfristig helfen, um Ruhe zu bewahren und die Situation zu überwinden. Ganz allgemein helfen sie auch dabei, die eigene Atmung bewusster wahrzunehmen und eine aufkommende Atemnot frühzeitig zu erkennen.

Zu diesen Übungen zählen unter anderem die Lippenpresse, der Kutschersitz und die Kontaktatmung.

  • Der Kutschersitz ist eine atemerleichternde, aufrechte Körperhaltung. Die Hände liegen im Schoß und stützen so den Oberkörper.
  • Die Lippenbremse ist eine Atmung zur Entspannung der Atemmuskeln. Mit leicht gespitzten Lippen wird langsam ausgeatmet.
  • Die Kontaktatmung ist ein bewußtes Atmen, bei dem die Hände im Sitzen auf dem Bauch liegen und die Atmung spüren.

 

Cortison bei COPD

Wenn im fortgeschrittenen Stadium trotz der Medikamente häufige Verschlechterungen (Exazerbationen) auftreten, kann vorübergehend auch Cortison bei COPD eingesetzt werden.

Die Kortikosteroide (Cortison) wirken entzündungshemmend, sind aber aufgrund der vielen Nebenwirkungen nicht als Langzeitmedizin geeignet und entsprechen auch nicht der klassischen Medikation bei COPD.

 

Ist COPD tödlich – COPD Lebenserwartung

COPD gilt in sofern als tödlich, dass im Durchschnitt die COPD Lebenserwartung der Erkrankten um 5 bis 7 Jahre kürzer ist, als bei Gesunden. Bei rauchenden Patienten reduziert sie sich sogar um ganze 9 Jahre gegenüber dem gesunden Nichtraucher.

Jedoch sind die individuellen COPD Krankheitsbilder sehr unterschiedlich. Denn der Verlauf und vor allem die Geschwindigkeit der Verschlechterung sind ganz wesentlich selbst mit zu beeinflussen, so dass die zu erreichende Lebenserwartung stark variieren kann.

 

Sauerstofftherapie bei COPD – wann macht sie Sinn

Bei COPD und anderen chronischen Lungenkrankheiten liegt durch die verminderte Atemfunktion meist eine unzureichende Sauerstoffversorgung vor. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Dem kann durch eine geeignete Sauerstofftherapie entgegengewirkt werden.

Eine Sauerstofftherapie bei COPD macht insbesondere dann Sinn, wenn durch den Mangel an Sauerstoff die Zellen und Organe im Körper nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Ein ernsthafter Sauerstoffmangel zieht nicht nur erhebliche körperlicher Beeinträchtigungen nach sich, sondern kann auch zu ernsthaften Organschäden führen. Dies lässt sich durch eine zusätzliche, externe Zufuhr von Sauerstoff vermeiden.

lungenkrankheit copdAls Atemhilfen bieten sich die COPD Sauerstofftherapie oder Sauerstoff-Langzeittherapie an. Unter einer Sauerstoff-Langzeittherapie (engl.: long-term oxygen therapy (LOT oder LTOT)) versteht man die anhaltende, täglich mehrstündige Gabe von Sauerstoff, um einen Mangel oder eine eigene, ungenügende Atemfähigkeit auszugleichen.

Die Dauer der Sauerstoffzufuhr beträgt dabei mindestens 16 Stunden täglich.

 

COPD Sauerstoffgeräte – Welche Systeme der Sauerstoff-Langzeittherapie gibt es

Bei der LOT gibt es verschiedene Systeme, die den aufbereiteten, konzentrierten Sauerstoff zur Verfügung stellen.

Es gibt 3 unterschiedliche Systeme von COPD Sauerstoffgeräten.

  1. mobiler sauerstoffkonzentrator
    Sauerstoffkonzentrator mobil

    Sauerstoffkonzentratoren (stationär oder mobil)

  2. Flüssigsauerstoffsysteme
  3. Gasdruckflaschen

Da eine Sauerstoff-Langzeittherapie bis zu 24 Stunden am Tag eingehalten werden kann ist besonders das Thema Mobilität zu berücksichtigen. Durch ein geeignetes, kleines, mobiles Sauerstoffgerät ist die Teilnahe am „normalen“ Leben oft sehr gut möglich.

 

COPD Sauerstoffgerät Krankenkasse – wann zahlt sie

Bei einer entsprechenden Indikation durch den Lungenarzt werden die Kosten der Sauerstoff-Langzeittherapie von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

 

Lungenkrankheiten COPD und Asthma – was ist der Unterschied

Da die Lungenkrankheit COPD und Asthma teilweise sehr ähnliche Symptome aufweisen, kann es durchaus schwer sein, die Beschwerden richtig zuzuordnen.

Beide Krankheiten haben mit Atemnot zu tun, sind aber ansonsten völlig unterschiedlich. Und müssen auch ganz unterschiedlich behandelt werden.

Die Unterscheidungsmerkmale sind folgende:

  • Während beim Asthma die Atemnot plötzlich und sehr akut auftritt, ist es bei COPD eher ein dauerhafter Zustand.
  • Der Husten bei Asthma ist trocken, bei COPD dagegen meist mit (morgendlichem) Auswurf.
  • Bei COPD sind in den häufigsten Fällen Zigarettenrauch oder andere toxische Luftbestandteile die Auslöser, wogegen Asthma mit allergischen Reaktionen zusammenhängt.

 

Alternativen und Vorsorge

Im Anfangsstadium einer COPD kann genauso wie bei vielen anderen Krankheitsbildern und allgemeiner Erschöpfung für jeden Menschen ein Sauerstoffgeräte für zuhause eine wahre Bereicherung sein.

 

Mobiles Sauerstoffgerät Airnergy brain+:

brain+ sauerstoffgerät wasser Beatmungsgerät für zu hause